Zwei Dinge, die ausgesprochen gut zusammen passen!

Nicht einmal zwei Jahre sind seit unserem letzten Besuch im Brackwasser Mecklenburg-Vorpommerns (Bodden) ins Land gezogen. Immerhin 24 Monate konnten wir diesem unbeschreiblichen Gefühl, das einem Urtrieb gleicht, widerstehen. Letzten Endes geschah das, was geschehen musste: Wir fuhren wieder an den Bodden.

Diesmal holten Markus und Christian sich jedoch Unterstützung aus Leoben. Michael, seines Zeichens statthafter Apotheker, sollte die beiden Bodden-Rückfallstäter begleiten. In diesem Jahr entschieden wir uns Ende Oktober die unendlichen Weiten des Paradegewässers Norddeutschlands in Angriff zu nehmen. Ausschlaggebend waren natürlich nicht die dutzenden Zeitungsartikel der Hecht- und Zanderpresse oder unzählige Videos aus diversen Internetportalen, einzig unsere Abenteuerlust und Neugierde trieb uns unglaubliche 1.200 Kilometer an die Ostseeküste. Die Anreise erfolgte natürlich standesgemäß mit dem PKW, Übergepäck ist schließlich für ordentlich ausgerüstete Fischermänner schlichtweg unbezahlbar. Details über die mühsame Anfahrt seien an dieser Stelle ausgespart, jedem wird ohnehin klar sein, dass 13 Stunden Autofahrt kein Honigschlecken ist. Dementsprechend überglücklich kamen die drei Tapferen Samstagabends in Neuhof an und bezogen ihr wunderbar renoviertes Gästehaus. Ein Blick auf die abfallenden und verfärbten Laubblätter, im Hintergrund der Strelasund, ließ das Hirn bereits am Anreisetag auf ein Maximum anschwellen. Die Gedanken kreisten nur noch um Fangerfolge, Rekordfische und die Hoffnung, dass die letzten Stunden möglichst rasch vergehen mögen.

Tag 1:

Morgens sechs Uhr in Deutschland; Drei dezent übermüdete, dennoch schwer motivierte Männer der Alpenrepublik sitzen im Gemeinschaftsraum ihres Gästehauses und trinken ihren Kaffee. Die Thermohose ist bereits angezogen, alles andere perfekt vorbereitet. Kurze Morgenbesprechung, Abfahrt in Richtung Marina Neuhof. Wie im Jahr zuvor wurden wir gewohnt pünktlich von unserem Guide Norbert Matzick vom Angelparadies-Vorpommern herzlich in Empfang genommen. Schnell war das 100 PS starke Boot, die Hannah Boden, eingeräumt, die Ruten montiert und endlich stachen wir in See, mit Vollgas zu den besten Zandergründen der Bundesrepublik. Unsere Träume und Wünsche sollten sehr früh in Erfüllung gehen. Die ersten Fische waren noch Chefsache; Norbert verlor zwar zunächst einen starken Hecht, konnte aber nur Minuten später zwei stattliche Zander um die 70 cm verführen und letztlich auch seinen Gästen präsentieren. Kurz darauf konnte sich auch Christian mit einem guten 70er Zander in die Fangliste eintragen. Ansonsten blieb es gespenstisch still, hier ein Anfasser, dort ein kleiner Barschhacker, am Haken blieb jedoch keiner hängen. Gefühlte 100 Driften später konnte Christian noch einen guten 75er Hecht überlisten. Leider konnten wir jedoch keine weiteren Fänge an diesem wunderbaren ersten Tag vermelden. Der Herbst ist nicht gerade für seine hohen Stückzahlen bekannt, auch ein Meterhecht lässt sich nicht an jedem Tag verführen. Der nächste Tag kommt jedoch bestimmt.

Tag 2:

Am zweiten Tag wollten wir unser Glück auf Hecht versuchen. Im Morgengrauen hatten wir vertikal, bis auf einen Zander, nicht wirklich großen Erfolg. Daher entschlossen wir uns eine 30-minütige Spritztour in den Kubitzer Bodden zu unternehmen. Just dort angekommen, konnte sich auch unser Bodden-Spezi Michael mit einem richtig dicken Hecht um die 70 cm „entschneidern“. Kaum eine Stunde später kam ihm Markus, ebenso mit einem Hecht nach. Christian konnte insgesamt fünf Hechte verhaften. Am Rückweg blieben wir noch in einer vielversprechenden Bucht stehen. Markus setzte dort einen Höhepunkt, indem er einen Zander ans Band bekam. Der Zander biss am frühen Nachmittag, bei kräftigem Wind und strahlendem Sonnenschein, in einer unglaublichen „Tiefe“ von 1,5 Metern. Wir konnten diesen Fang gar nicht glauben, die Presse hatte nämlich die angeführten Parameter jahrzentelang als Paradewetter und optimale Bedingung für Meister Esox beschrieben. Auch unser Guide Norbert war baff, er angelt seit über 20 Jahren in dieser Bucht, einen Zander hatte er dort noch nie gefangen. In den letzten 30 Minuten unseres Tagesausfluges, fanden wir einen Barschberg. Sieben Barsche und zwei Zander konnten wir bei dunkelrot gefärbtem Himmelszelt ins Boot hieven. Christian hatte das Glück und erwischte noch einen dicken 40er Barsch, der das Gesamtpaket dieses wunderschönen Tages optimal abrundete. Besonders die gedeckten Farben des Zander Pro’s waren an diesem Tag ein absoluter Fanggarant.

Tag 3:

Es sollte ein sonniger Tag mit nahezu optimalen Bedingungen werden. Der Morgen brachte lediglich einen Barsch, der Rest des Tages sollte uns jedoch noch einige Fische bescheren. Wir fuhren in eine windgeschützte Bucht, die im Frühjahr als Schongebiet ausgewiesen ist. Bereits am Eingang der Bucht bekam Christian einen brachialen Biss auf Wobbler. Nur wenige Minuten später zauberte ihm ein 94cm Hecht ein unvergessliches Grinsen ins Gesicht, kein Wunder, war dies auch sein bisher größter Hecht am Bodden. Markus und Michael konnten ebenso einige Hechte landen. In zehn Driften konnten wir dort sehr ordentliche 20 Hechte fangen. Abends versuchten wir unser Glück noch vertikal bis nach Sonnenuntergang, jedoch sollte uns kein Stachelritter mehr ans Band gehen. Letzten Endes hatten wir weit über 30 Fische im Boot, ein Ergebnis, das für sich spricht und sich sehen lassen kann.

Tag 4:

Ein Tag, der rot im Tagebuch angestrichen wurde. Das Wetter war herbstlich, sehr nebelig und somit perfekt für Zander. In der Marina angekommen, fünf Minuten auf See gefahren und die ersten beiden Zander waren im Boot. Danach beschlossen wir uns dem guten Meister Esox zu widmen. In der selben Bucht wie gestern versuchten wir erneut unser Glück. Einige Fehlbisse und nach einer ganze Schachtel Gummis ohne Schwanz gingen uns doch einige Hechte ans Band, darunter der Größte von Christian mit 103 cm und 10 Kilogramm (Rekord wieder verbessert). Nach unzähligen Driften widmeten wir uns am Nachmittag wieder dem Zander vor unserer Haustüre. Und wie es der Teufel wollte, sahen wir einen gewaltigen Biss in Christians Rute. In einer Tiefe von neun Meter stieg ein ein toller Hecht mit 102 cm auf einen Zander Pro Lemon Tiger ein. Auch dieser Großhecht konnte souverän gelandet werden. Zwei „Metrige“ an einem Tag fängt man wirklich nicht alle Tage und war Grund zu besonders großer Freude. Im gesamten fingen wir heute wieder zehn Hechte und zwei Zander. Morgen geht es das erste Mal ohne Guide aufs Wasser.

Tag 5:

Ester Tag auf eigene Faust und schon mussten wir feststellen, wie wichtig ein erfahrener Guide im Boot ist. Der Oktober zeigte sich von seiner schönsten Seite, allerdings kam einfach kein Wind auf, dies bedeutete Ententeich und dementsprechend hielten sich die Fänge in Grenzen. Markus konnte den Schneider gerade noch abwenden, Michael erwischte es jedoch eiskalt und konnte keinen Fisch landen. Christian hatte vormittags zwei Nachwuchshechte. Zu Mittag ging die Beißfrequenz gegen null. Wir wollten dennoch nicht aufstecken und gaben uns reichlich Mühe noch den einen oder anderen Räuber ans Band zu kriegen. Erst im goldenen Sonnenuntergang gelang es Christian einen dicken 41er Barsch mit der Vertikalrute zum Anbiss zu überreden.

Tag 6:

Heute war unser letzter Tag. Dementsprechend motiviert fuhren wir bei besten Zanderbedingungen und leichtem Nebel aus. Der Strelasund war jedoch nicht nur voll mit Fisch, sondern vor allem voll mit Fischerbooten. Der Reformationstag ist ein Feiertag in Meklenburg Vorpommern und so teilten wir unsere Driften mit meist zehn anderen Anglern. Nichts desto trotz hatten wir zumindest am Morgen eine gute Bissfrequenz. Christian konnte drei Stachelritter, davon einen ordentlichen Zander landen. Wir versuchten es auch auf Hecht, leider zickten diese ein bisschen und so fischten wir bis abends nur noch mit der Vertikalrute auf Zander. Abschließend räumten wir unser 15PS-Mietboot „Seppel“ wieder aus und übergaben alles ordnungsgemäß.

Resume:

Die Reise an den Bodden im Herbst war ein voller Erfolg. Das Wetter spielte uns in die Karten und so erlebten wir wahrlich goldene Oktobertage. Auch wenn die Fangerfolge subjektiv besser sein hätten können, muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass Großhechte und Riesenzander einem nicht einfach ins Boot springen. Wir sind zum Fischen und nicht zum Fangen in den Norden gereist und die Angelei war einfach großartig. Die besten Fangerfolge konnten wir beim Zanderangeln mit kleinen Ködern und viel Aktion erzielen. Hier zeigten sich vor allem die Zander Pro Shads, der Spikey Shad und natürlich die klassischen Pro Schads als absolute Fanggaranten. Ein Farbmuster konnte jedoch nicht wirklich herausgefunden werden. Einmal waren es die Schockfarben, einmal die Naturdekors, gefangen haben wir auf alle Muster. Beim Hechtangeln waren es zumeist mittelgroße Gummifische bis 17 cm, die die meisten Hechte verführen konnten. Die Farbauswahl spielte auch hier eine eher untergeordnete Rolle. Besonders wichtig hingegen war die Platzwahl. Die fängigsten Stellen waren zumeist 50 Quadratmeter große Steinfelder, die sich inmitten einer gigantischen Wasserfläche befinden. Wer diese Hotspots nicht kennt, wird es sehr schwer beim Zanderfischen haben. Genau dafür ist ein erfahrener Guide unerlässlich. Das Angelparadies Vorpommern mit seinem Chef Norbert Matzick war dafür eine ausgezeichnete Wahl. Verlässlichkeit, Handschlagqualität und Professionalität zu einem absolut fairen Preis stehen für einen Guidinganbieter, den wir jedermann schwerstens ans Herz legen können. Letzten Endes konnten wir ganz ordentliche 45 Hechte fangen. Dabei waren die größten Damen mit 103, 102 und 94 cm und rund 10 Kilo schon richtig stattliche Exemplare von Meister Esox. Zander wurden insgesamt acht gefangen, wobei der größte in etwa 70 cm hatte und kugelrund war (Fängt man auch nicht alle Tage!). Zehn Barsche rundeten das Räubertrio ab. Auch hier wurden nicht alltägliche 41 und 40 cm vermessen und trieben uns allen ein Grinsen ins Gesicht. Den internen Wettbewerb konnte Christian eindeutig für sich entscheiden. Mit 42 Fischen und allen oben erwähnten Räubern verwies er Markus (14) und Michael (7) auf die Plätze.

Fangliste (Hecht, Zander, Barsch):

Markus: Michael: Christian:
0-0-0 0-0-0 1-1-0
1-1-2 2-0-0 5-0-2 (40)
5-0-0 4-0-0 12-0-1 (94)
2-1-0 1-0-0 7-0-0 (103, 102)
1-0-0 0-0-0 2-0-2 (41)
0-1-0 0-0-0 2-4-3

 

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