Lange Zeit hab ich schon überliegt, mir mal ein Guideline Drifter Bellyboat zuzulegen, um schon damals beim Spinnfischen an vielversprechende Stellen zu gelangen, an denen vorher noch nie jemand auf Raubfisch geangelt hat. Doch Gewässer-  Regeln und Angel- Richtlinien verhinderten dies an meinen meisten Gewässern, womit ich dann immer wieder davon abwich, mir so ein Teil zuzulegen. Mittlerweile bin ich ja auch vermehrt mit der Fliegenrute auf Hecht und Barsch unterwegs und für diesen Einsatz gibt es ja fast nichts optimaleres als ein Bellyboat. AOS Fly Fishing hatte das Teil natürlich auch gleich lagernd und so bin ich dann wirklich schwach geworden und hab mir so ein Guideline Drifter Bellyboat in der überarbeiteten Version zugelegt. Dazu gab es dann gleich auch noch die passenden Flossen für Füßlinge und auch die passende Luftpumpe im Shop, womit das Spaßpaket komplett war. Ich hab zwar noch vorher kurz überlegt, mir einen kleinen Kompressor für’s Auto zuzulegen, doch davon bin ich nach einiger Recherche wieder abgekommen, da diese Teile für maximal 2-3 Luftfüllungen von Autoreifen konzipiert sind und viele genau nach dieser Anzahl an Einsätzen den Geist aufgegeben haben. Dann stehst du nach einer Anreise von einer Stunde am Wasser und bekommst keine Luft in das Guideline Driftet Bellyboat! Das sind dann die Momente im Leben wo mir am besten keiner über den Weg laufen sollte 😉 Nein… selber pumpen, da weiss man wo es herkommt und der Wurfarm inklusive Bandscheiben sind auch gleich fürs Fliegenfischen aufgewärmt 🙂

Unboxing…

Verpackt ist das Guideline Drifter Bellyboat in einem sehr platzsparenden Karton, in dem alles was das Bellyboat braucht auch verstaut ist. Angefangen von Bellyboat selbst, bis hin zur Ablagestange und den Traggurten ist alles sauber eingepackt und man kann schon mal nichts beim Auspacken zerstören. Eine Tasche für das Bellyboat sucht man hingegen vergebens. Möchte man sich nicht sein Auto nach einer Session komplett versauen, macht es auf alle Fälle Sinn, sich eine wasserdichte Tasche dafür zuzulegen. Ich hab mir mal gleich eine XXL Tasche von Ortlieb dazu gecheckt… Das Guideline Drifter Bellyboat in seinen Farben Grau/Schwarz/Rot und seinen 6,5 KG ist im aufgeblasenen Zustand rund 1,15m breit und 1,4m lang.

Das Setup…

Das Boot selbst ist fertig zusammengebaut, die Luftkammern sind bereits im Boot und müssen nicht mehr eingebaut werden, nur die Ablagestange und Rückenlehnenstütze müssen noch zusammengesteckt und eingefädelt werden. Ansonsten ist das Boot mehr oder weniger von Beginn an einsatzbereit, wären da nicht wirklich alle Ventile sowas von verdreht in der Boots- Hülle gewesen, dass man vor dem ersten Aufpumpversuch mal die Reisverschlüsse rundherum öffnen muss um alles in die richtige Ausgangslage zu bringen. So, die Ventile der Schläuche waren also auf die dafür vorgesehenen Löcher im Guideline Drifter Bellyboat auszurichten, damit man es überhaupt mit Luft füllen konnte. Die insgesamt vier Hauptkammern links und rechts lassen sich dann aber relativ schnell und einfach mit Luft aufpumpen, nur das Sitzkissen und die Rückenlehne sind dann wieder ein wenig eine Challenge, da man bei zu viel Luft in den Kissen die Reisverschlüsse nicht mehr richtig schließen kann. Dabei reissen dann die textilen Verlängerungen der Reissverschlüsse relativ leicht ab, was den ganzen Vorgang nicht wirklich beschleunigt. Aber in Summe ist das Boot relativ schnell einsatzfähig gemacht…

Die ersten Meter…

Im Wasser wirkst das Guideline Drifter Bellyboat sehr stabil und sicher. Die Sitzposition ist auch extrem angenehm hoch und lässt auch längere Ausfahrten zu. Vorne im Kiel befindet sich ein Netz, in dem man allerlei Krempel verstauen kann, der Nachteil dabei ist aber, dass bei verkrauteten Gewässern der ganze Algenschlamm und Dreck sich dort sammelt und sich dabei auch nur wieder schwer entfernen lässt. Hätte man vielleicht besser machen können. Die beiden Taschen links und rechts lassen es zu, sehr viel Krempel zu verstauen und stören auch nicht bei der Fischerei mit der Fliegenrute. Wenn man ein wenig Acht gibt verheddert sich die Schnur nur ganz selten in einem der Ösen oder Reisverschlüsse. Für die Ablage der Schnur ist natürlich das Ablagenetz direkt auf den Beinen optimal und lässt somit weite Würfe zu, ohne -wie im Fluss- durch den Wasserwiderstand Wurfweite einbüßen zu müssen. Manövrieren lässt sich das Guideline Drifter Bellyboat schon nach den ersten Minuten wirklich perfekt und so kann man ganz unauffällig und Leise die Hotspots damit ansteuern, ohne viel herumeiern zu müssen.

Der erste Raubfisch…

Bis zum ersten Hechtkontakt hat es dann garnicht lange gedauert, beim zweiten großen Krautfeld, dass ich dank des Bellyboats ja nun von allen Seiten anwerfen konnte, sah ich noch kurz den Hecht aus dem tiefen Wasser zu meinem Steamer aufsteigen und dann hat es schon geknallt… Im Bellyboat hat man dann den Vorteil, dass man wirklich gut mit Rute, Boot und Flossen arbeiten kann und der Fisch fast keine Chance mehr hat irgendwie zu entkommen, denn auch wenn er um ein Krautfeld herumschwimmt und die Schnur sie darin verheddert, durch die extreme Mobilität durch das Bellyboat hat man die Möglichkeit jede Stelle am See anzufahren um den Raubfisch dennoch aus dem Kraut zu bekommen.

Das Fazit…

Nach meinen ersten Einsätzen am Wasser bin ich noch immer extrem begeistert von den Möglichkeiten, die sich einem mit so einem Bellyboat eröffnen. Man ist so nah am Raubfisch und an den guten Hotspots wie durch kein anderes Gadget am Angelmarkt, und die Scheuchwirkung ist mit einem Bellyboat im Gegensatz zu einem normalen Boot um ein vielfaches geringer, was man daran erkennt, dass einem die Friedfisch- Schwärme fast in die Beine und Flossen schwimmen, ohne verdacht zu schöpfen… Für die Fische muss man in so einem Bellyboat gemeinsam mit den Flossen wahrscheinlich wie eine überdimensionale Ente wirken… 🙂

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