Alzheimer bei Raubfischen?

25 Dez 2015
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eute möchte ich mal das ewig diskutierte und immer wieder sehr strittige Thema „verblinkertes Gewässer“ im Bezug auf Raubfisch in Angriff nehmen. Dazu hab ich mir wieder einmal allerlei Infos quer über Netz zusammengetragen und mit meinen eigenen Erfahrungen aufgemischt. Einen äußerst wichtigen Input für meine Recherchen lieferte wieder einmal Prof. Dr. Robert Arlinghaus mit seinen zahlreichen Arbeiten und Analysen zum Thema Angeln. Er machte dazu wieder einmal ein umfangreiches Experiment mit einigen seiner Studenten und analysierte das Beissverhalten der Raubfische, (in diesem Fall vom Hecht), indem er jeden Tag die Hälfte eines Gewässers mit Kunstködern beangeln ließ. (rund 150 Stunden pro Hektar Jahresangelaufwand). Also schon eine beträchtliche Zahl an Stunden am Wasser! Dabei stellte sich auf den ersten Blick, neben den normalen Fangschwankungen von Tag zu Tag keine ersichtliche Abnahme der Beißlaune ein. Ein drittel der erkennbaren Fangschwankungen ließen sich hierbei auf Wetterfaktoren wie Sonnenstand, Tageszeit usw. zurückführen. Weder Angelboote in diesem sehr flachen Gewässer, noch die ständig an den Raubfischen vorbei- pfeifenden Blinker, Wobbler und Gummifische

ließen einen erkennbaren Effekt des „verblinkerns eines Gewässers“ aufkommen. In der Studie erkannte das Team in Summe zwar schon eine leicht steigende Vorsichtigkeit der Raubfische an starken Angeltagen, dennoch war dieser Effekt überhaupt nicht so stark ausgeprägt, wie ihn viele von uns vermuten würden. Viel mehr Einfluss auf das Beissverhalten hatte das Wetter und die Tageszeit, denn rund 70% der Fangschwankungen konnten weder mit den Angeldruck, noch mit für uns erkennbaren Wetterfaktoren erklärt werden. Wie gesagt, diese Erkenntnisse gelten rein für den Hecht, denn bei den Karpfen ist dieser Effekt der Fressverweigerung zum Beispiel viel stärker ausgeprägt. Diese Fischarten merken sich anscheinend das Erlebnis mit dem Angelhaken viel ausgeprägter und vor allem länger als die Raubfische.

Grundlegend sollte es ja zwei Arten von Raubfischen geben, die Draufgänger und die Wachsamen… demnach werden wir bei unseren Angeltagen viel öfter mit der Gruppe der Draufgänger konfrontiert, denn diese Gruppe der Raubfische streift viel aktiver durch die Gewässerzonen und kommt somit auch viel öfter mit

unseren Haken in Kontakt. Die wachsame Gruppe der Raubfische hingegen wird nur selten den Kontakt zu unseren Angelhaken suchen. Was kann man nun von diesen beiden Verhaltensweisen für uns Angler ableiten? Leider etwas sehr ernüchterndes, denn wenn wir ständig die Draufgänger aus den Gewässern entnehmen, nimmt irgendwann die Gruppe der wachsamen Raubfische überhand und wir werden uns immer schwerer tun, Hecht & Co an den Haken zu bekommen. Denn die Gruppe der vorsichtigen und wachsamen Raubfische gibt natürlich auch diese Art des täglichen Lebens an ihren Nachwuchs weiter und auch dieser wird somit wieder zu den wachsamen Räubern zählen. Somit meint auch Arlinghaus… „Vielleicht beherbergen befischte Gebiete mehr Fische, als wir manchmal glauben“, denn wenn irgendwann die Gruppe der aggressiven und unvorsichtigen Raubfische mehr oder weniger ausradiert ist, bleiben nur die schwer zu fangenden Raubfische über… Denn die Fische bringen einander nicht bei, Angelhaken zu meiden, sie geben einen Hang zur Vorsicht in ihren Genen an die jüngere Generation weiter.

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